Das Haus des Sultans, die Königsstadt und die Wüste!

The Arrival…

Was für ein Tag! Wir sind um 09:45 Uhr in Ulm gestartet und hatten Glück mit dem Verkehr. Auf Grund einer Autobahnsperre mussten wir bei Ingelheim die Fähre nehmen….Boot fahren stand gar nicht auf dem Plan, war aber lustig. Fast pünktlich abgehoben, hatten wir einen äußerst kurzweiligen Flug. Harald M. Hat uns gut unterhalten…ein Capo aus einem Steinbruch in Marokko, mit einem irakischen Pass. Gekauft für 2,– Euro! Harald hatte herrliche Bilder auf dem Handy, unter anderem von einem Friseur in Fes, der gleichzeitig und im selben Raum als Zahnarzt agiert! Sehr geil!!! Magid war unser Fahrer. Super Typ mit ganz guten Englischkentnissen.

Der Volkssport Nummer 1 in Marokko ist übrigens der FC Barcelona und Real Madrid 🙂 nun sitzen wir in unserem Riad Rcif mit vollem Magen. Alles war sehr lecker. Unsere Suite ist wunderschön. Es regnet leicht und wir freuen uns auf Morgen…ganztägig mit einem deutschsprachigen Führer durch Fes. Nach dem Abendessen sind wir noch für eine halbe Stunde vor die Tür. Wer das nicht erlebt hat, kann es sich nicht vorstellen. Hier hätte man die Anfangssequenz von „Das Parfume“ drehen können. Fes bei Nacht und Regen, ist nix für die europäische Damenwelt!

Sleep well…Buona Notte…

Sascha+Marco

 

Tag 2

Welcome to the mid-century

Was für ein Tag! Heute am frühen Morgen sind wir von unserem Führer Mohammed am Riad abgeholt worden. Durch das Labyrinth an Gassen war der erste größere Stop  die Gerberei. Ein Wahnsinn. Der Wettergott war gnädig mit uns, so dass wir viele Bilder schießen konnten und gefühlt durch 5.000 Gassen gewandert sind. Wir haben eine alte Schule und auch einen kleinen Kindergarten besucht, Webereien und Teppichknüpfer entdeckt und allerhand Handwerker in Ihren Läden bewundern können. Gegen Mittag waren wir beim großen blauen Tor und haben Mohammed verabschiedet. andieser Stelle waren wir dann im Restaurant La Kabesh. Kamelburger Essen!!! Hier konnte ich auch dem Ober von meinen Kolleginnen in Deutschland erzählen…er handelt nämlich auch mit Kamelen. Satte 200.000 für unsere Rekrutierungsdamen! Top Ergebnis 🙂 leider hat dann der große Regen eingesetzt. Noch kurz ein paar Souveniers erstanden und triefnass ins Riad.

Hier sitzen wir nun und genießen unser Abendessen. Sish Kebab und Meatballs…perfekt.

Morgen geht es in die Wüste.

Gute Nacht

Sascha & Marco

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Tag 3

Wie eine Fatamorgana

Heute ging es um 7:00 Uhr los. Hassan hatte uns vor dem Start noch einen heißen Kaffe gebracht und ein kleinen Lunchpaket vorbereitet. Durch die Gassen von Rcif marschierten wir Richtung Marktplatz, an welchem uns Mohamed unser Fahrer, den wir kurzerhand „Hans“ nannten und Abdel mit dem zweiten Fahrzeug in Empfang nahmen. Unsere Limosine war ein silberner Benz mit schwarzem Leder! …Baujahr 1980 🙂 Abdel hatte in seinem koreanischen Flitzer 3 irische Studenten, die gekleidet waren als hätten wir 20 Grad. Tatsächlich war unser erster Stop dann der Anlass für eine Schneeballschlacht!

Wir sahen immer wieder wechselnde Landschaften und haben auf unserer 500km langen Strecke gefühlt jede Klimazone durchlaufen. In Midelt waren wir beim Mittagessen…Tajine mit Pflaumen. Zum Glück hatten die Gastgeber einen offenen Kamin, da es im Restaurant die gleiche Temeratur wie im Freien hatte. So ungefähr 5 Grad!

In Merzouga angekommen, haben wir umgehend unsere Kamele gesattelt und sind dann 1 Stunde und 30 Minuten in die Wüste geritten. Das geht vielleicht auf die Schenkel. Als wir bei den Berbern ankamen war es schon dunkel. Im Camp war noch eine Amerikanerin aus Washington, die seit 2 Jahren in Jakarta lebt und als Wissenschaftlerin für den WWF arbeitet. Helen, Declan und der andere Schlumpf waren inzwischen fast eingefroren und verkrochen sich zügig unter einer Vielzahl von Decken in Ihren Betten. Marco und ich sind noch ein paar Stunden bei heißem Tee mit den Berbern zusammen gesessen und haben viel über die Region und das Leben als Nomaden erfahren. Geendet hat es dann spät Nachts mit Witzen und Rätseln! Ein Mega Abend. Schließlich sind wir dann in unser Zelt gekrochen…wir zwei hatten dort 5 Betten zur Auswahl…die leider gefühlt nur 150cm lang waren. Mitten in der Nacht kam so ein Wind auf das wir dachten, gleich vom Bett den Sternenhimmel zu sehen…ein irres Erlebnis…vor allem Nachts das Klozelt zu finden…aber darauf möchte ich hier nicht weiter eingehen!!! 😉

Salam

Sascha

Tag 4

Sandboarding und die Affen im Schnee

Der Wind hatte sich abgeflacht und draußen war es noch stockfinster. Unser Berber Freund hatte es uns genau erklärt. Wie lief das „Wecken“ nochmal ab? Klatschen, Trommeln, einen Eimer Wasser über den Kopf und wenn das nicht hilft, werden Sie an den Füßen aus dem Zelt gezogen! Die Uhr sagte 05:50, also noch 10 Minuten. Ich machte mich fertig und schob meinen Kopf aus dem Zelt. Rechts von mir sah ich die Amerikanerin bereits die große Düne hinaufsteigen, da kam auch schon ein Berber und klatschte in die Hände.

Marco…aufstehen!!! Den Rucksack geschultert stapfte ich durch den Sand und machte mich an den Aufstieg (150 m). Auf halber Höhe setzte ich mich in den Sand und blickte über das Tal. Wir waren umgeben von Sand und Dünen. Die Berber Frauen kamen aus Ihren Zelten um ebenfalls den Sonnenaufgang zu genießen. Ich erblickte eine Person mit einem Snowboard auf dem Rücken. Auch Marco hatte sich nun aufgemacht. 5 Meter über mir nahmen zwei weitere Damen Platz und warteten darauf, dass die Sonne es über die erste Düne schaffte. Mein Platz war prima. Marco war der Einzige in der Gruppe, der auf den Gipfel wanderte. Es war schon surreal zu sehen, wie er mit dem Snowboard an den Füßen durch den Sahara Sand glitt, inklusive Salto! Das Fahrverhalten war doch nicht ganz so wie im Schnee, auch kam er nicht an der Liftstation an, sondern in mitten unserer Kamele 🙂

Die Sonne hatte am frühen Morgen noch keine Kraft und wir saßen 30 Minuten später auf unseren Kamelen und bibberten. Wieder 1h 30 Minuten durch die Wüste. Die letzten 20 Minuten war ich versucht unseren Führer zu fragen, ob ich nicht mein Kamel tragen kann, so brannten die Oberschenkel. Am Dorf angekommen wartete ein leckeres Frühstück am Pool eines Riads auf uns. Unsere irischen Freunde waren nicht von der schnellen Sorte und so fuhren wir erstmal alleine mit Mohammed los. In Rissani, einem der ältesten Städte Marokkos machten wir halt bei einem Teppichhändler. Das war lustig! Er war tatsächlich mal in Europa…in Cinque Terre, dort wo ich meiner Frau den Heiratsantrag machte. Vor der Tür staubte es und ein Junge verkaufte geröstete Sonnenblumenkerne. Er lächelte freundlich und schenkte jedem von uns eine Hand voll.

In Erfoud trafen wir bei einer Werkstatt für Fossilien wieder auf den Rest der Gruppe und machten uns auf, wieder in die kalten Berge hoch zu fahren. Unterwegs machte unser Wagen kurz schlapp. Mohammed hatte vergessen nach der Kühlflüssigkeit zu schauen. Ich schlief fast die ganze erste Hälfte unserer 500km Strecke. Nur einmal machte ich die Augen auf, als wir am Straßenrand stoppten, um ein paar Datteln zu kaufen. 70 Dirham. Good price!

Unser Mittagessen war wieder in Midelt. Short & sharp. Apfeltartar und einen Kaffee, Marco hatte Fleischspieße mit Reis und Pommes. Dann kam der Schnee zurück und wir fuhren lange Zeit durch kleine Dörfer und öde Landschaften, bis schließlich die Affen uns am Straßenrand begrüßten. Knietief stapften wir durch den Schnee, um Bilder von den kleinen Rackern zu machen. Brrrr war das kalt. Um ca. 20 Uhr waren wir wieder in Fes. 1000km in zwei Tagen. Das ganze Programm 170,– EUR pro Person. Fazit: Jeden Penny wert! Fes Morocco Tours war spitze.

Im Riad trafen wir wieder auf unsere Freunde Hans und Bill aus Kaiserslautern. Lustige Rentner Kumpels mit denen wir viele spannende Gespräche führten. Gegen 22:00 sind wir runter in die belebten Gassen und haben einen „Mixed Döner“ in einer der Garküchen gegessen. Sehr spannend, vor allem wenn der Händler direkt nebenan einem eine Wanne mit Blut und Knochen vor die Füße kippt! Fes eben…

Adel hatte uns angeboten, dass wir Morgen um 15:30 Uhr mit Ihm an den Flughafen fahren können. Sehr nett. Geschafft und hundemüde sind wir schließlich ins Bett gefallen und freuten uns auf den letzten Tag, der erstmals Sonne und sehr warme Temperaturen mit sich bringen sollte.

Salam

Tag 5

The final day

Um 08:30 Uhr saßen wir gemeinsam mit Bill und Hans beim Frühstück und schmiedeten den Plan für den letzten Tag. Mit dem Taxi nach Borj Sud, um nochmal tolle Bilder der Stadt zu machen. Gerade in den Morgenstunden hat man tolles Licht und die Medina von Fes liegt einem von diesem Aussichtspunkt zu Füßen.

Unser Taxifahrer hatte dort auf uns gewartet und wir sind im Anschluss zum Einkaufscenter außerhalb der Stadtmauern. Carrefour, GANT, Lacoste! Wieder eine andere Welt. Bei Costa Kaffe haben wir uns nochmal gestärkt und sind dann wieder mit einem Taxi zum blauen Tor gefahren, um ein letztes Mal bei strahlendem Sonnenschein durch die Medina zu laufen.

Marco hatte kurzerhand beschlossen einen Barbier aufzusuchen. 10 Minutes hatte uns der Herr gesagt würde es dauern…mit 90 Minuten inkl. Wartezeit war er zumindest nah dran. Leider war die Leistung weniger gut. Marco war zwar glatt wie ein Babypopo, aber der Bart war krumm und schief. Nicht gut! 4,– EUR please…Ich hab natürlich fotografiert wie ein Weltmeister und die Friseurangestellten mussten gedacht haben, ich mach hier eine Reportage 🙂 „The Italian Stallion bei 1000 und 1 Nacht“ …oder so ähnlich…

Eine Porzellan Schüssel mit den typisch für Fes verzierten Blauen Strukturen sollte es noch sein. Festpreis…12,– EUR. Marco kaufte noch ein schnuggeliges Kamel für seinen Sohnemann und so schlenderten wir durch die Gassen, bis wir wieder bei unserem Döner Freund ankamen. Lecker! 2 Stück für 40 Dirham.

Hassan war so nett und schleppte unsere Koffer aus der Medina. Ein super netter Junge. Wir verabschiedeten uns von Ihm am Marktplatz und da kam auch gleich Abdel, der uns zum Flughafen fuhr. Dort trafen wir nochmals auf Hans und Bill und zwei Chinesinnen, die auch in unserem Riad wohnten. 30 Minuten unterhielten wir uns auf Englisch, bis wir feststellten, dass wirklich alle aus Deutschland kamen und dort auch lebten. Sehr lustig!

RyanAir…zurück…3h 20m Flug. Und in 3h 30m nach Ulm geschossen.

Sehr schön war es!

In Schallah

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